Freie Bildung - für alle
Aus meiner Sicht sind nicht alle Punkte des Wahlprogramms selbsterklärend. Insbesondere bei der Kurzfassung der Thesen ist es sicher nicht immer einfach nachzuvollziehen, wie diese entstanden sind.
Deshalb möchte ich hier das ein oder andere kommentieren und auch meinen Lesern die Gelegenheit geben durch einen Kommentar nachzufragen, zunächst die Thesen zum Thema (hier stimmen die Kurzthesen nicht ganz mit ganz mit den Kurzpunkten überein, deshalb zwei Bildungsthesen):
4. Freie Bildung – für alle
Eine Demokratie – vor allem in einem Kulturland wie Deutschland – lebt davon, dass ihre Bürger gebildet sind. Bildung ist eine Grundvoraussetzung zur Teilnahme am gesellschaftlichen und politischen Leben. Der freie Zugang zu Bildungsmaßnahmen ist unabdingbar. Wir fordern daher den Ausbau kostenloser Kindergartenplätze, die Abschaffung der Studiengebühren und weiterer zugangsbeschränkender Maßnahmen. Die negativen Auswirkungen des Bologna-Prozesses wollen wir korrigieren.
Das Bildungssystem in Baden-Württemberg ruht sich auf vergangenen Erfolgen aus. Die in den vergangenen Jahren versäumten Reformen müssen dringend nachgeholt werden um eine qualitativ hochwertige Bildung für alle zu gewährleisten.
5. Bildung muss fair, demokratisch und familienfreundlich sein!
Daneben streben wir in Baden-Württemberg eine Reform der Bildungssysteme an. Bildung muss stärker auf das Individuum ausgerichtet werden. Dafür fordern wir beispielsweise die Möglichkeit, weitere Schulsysteme aufzubauen und ein integriertes Kurssystem an Schulen einzuführen. Das selektive Schulsystem bringt das Land nicht voran. Erforderlich ist eine bessere Förderung stärkerer und schwächerer Schüler statt des einheitlichen Durchschnittsunterrichts.
Gleichzeitig müssen die Bildungssysteme an die veränderten sozialen und beruflichen Bedingungen angepasst werden. Wir wollen daher eine flächendeckendes Angebot von Ganztagesschulen und den Aufbau einer freiwilligen Ganztagesbetreuung erreichen. Hochschulen wollen wir familienfreundlicher gestalten. Das Lernen von Medienkompetenz soll stärker in den Fokus rücken.
Die verfassten Studierendenschaften wollen wir wieder einführen, damit auch an Universitäten die demokratische Meinungsbildung nicht unnötig behindert wird.
Dazu mein Eindruck von der Podiumsdiskussion zum Thema Bildung beim Jugendgemeinderat Radolfzell am 14. November 2010:
Gut fand ich die recht hohe Beteiligung von Jugendlichen und Gemeinderäten an der Veranstaltung. Ich habe mich auch sehr gefreut, dass die Jugendlichen die Piratenpartei berücksichtigten und mich einluden. Die Organisation klappte prima und in angenehmer Atmosphäre des Juze Radolfzell begann die Podiumsdiskussion.
Sinnvoll war, dass die Diskussion nach der Vorstellungsrunde mit Bildungspolitik begannn. Es war jedoch schade, dass es bis zum Schluss kein anderes Thema gab. Der Hauptgrund für diesen Verlauf war aus meiner Sicht, dass insbesondere die aktuellen Abgeordneten des Landtags sehr ausführlich und detailliert zu jedem Punkt erklärten wer für was zuständig ist.
Diskutiert wurden so für einige Punkte, ob Kreis, Stadt oder Land zuständig sind. Verflochten wurde manche Themen noch mit der Zuständigkeit der einzelnen Schulen, Hochschulen und der Fähigkeit oder Unfähigkeit der Lehrer und Professoren.
Insgesamt war die Veranstaltung mit rund zwei Stunden ohne Pause zu lang und zahlreiche, detaillierte Monologe verhinderten, dass es zu einem echten Austausch und einer größeren Themenvielfalt kommen konnte.
Berichtet haben dazu auch:
- 17.11.2010Südkurier: Bildung ist wichtigstes Thema (Ein politisches Frühstück mit den Landtagskandidaten)
- 15.11.2010see-online.info Sechs Konstanzer Landtagskandidaten auf einen Streich
- 15.11.2010see-online.info Kurzbericht Podiumsdiskussion
- 12.11.2010see-online.info: Videokamera erfasst Auto-Kennzeichen in Konstanz
- 10.11.2010Südkurier Radolfzell: Jugend bittet Politiker an den Tisch
Ausführliche Fassung des Programms
Für dieses Thema stehen weitergehende Informationen stehen insbesondere im Kapitel 3 Bildung und Forschung.
- Präambel
- Demokratie Transparenz und Privatsphäre
- Bildung und Forschung
- Medien, Kunst und Kultur
- Arbeit, Soziales und Gesundheit
- Inneres und Justiz
- Umwelt, Energie und Verbraucherschutz
- Bauen, Verkehr und Wirtschaft
- Nachwort
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